Laut einer Legende hat die Familie Alliata ihren Ursprung auf Kreta. Nach der Eroberung der Insel unter Kaiser Konstantin trat die Familie in seinen Dienst. Leone Alliata, wurde Kommandeur der Armee des Kaisers Michael VII Palaiologos und verteidigte die Stadt Konstantinopel 1273 vor den drohenden Plünderungen der Barbaren welche die Stadt zurückerobern wollten.
So interessant und schön Legenden auch sind, widmen wir uns jetzt den historischen Daten zu. Die Familie Alliata hatte ihren Wohnsitz nach Mailand seit Ende des XIII Jh. für einen langen Zeitraum nach Pisa verlegt. Sie waren Besitzer einer der blühendsten Banken ihrer Zeit. Außer diesen besaßen sie viele Unternehmen und einige einflussreiche Geschäfte auf Sardinien, in welche sie investiert hatten. Sardinien stand zu der Zeit unter der Republik von Pisa. Als jedoch die Aragonier und die Westgoten Sizilien eroberten, weckte dies in Filippo Alliata (oder Agliata, wie der Name zu der Zeit geschrieben wurde) ein hiesiges Interesse, sich in Sizilien für weitere Investizionen niederzulassen. Er zog somit unter der Herrschaft Friderich II von Aragon nach Palermo und kontrollierte von dort aus weiterhin seine Geschäfte in Pisa und Sardinien.
Zu den führenden Familienmitgliedern zählte Gherardo, welcher in diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert ist. Er war königlicher Protonotar der feudalen Aristokratie und Eigentümer der Fehde Pietra di Amico, die er 1468 mit der Baronie Castellammare tauschte. Nachdem Pietro die Baronie in Villafranca erwarb, gründete er mit seinem Sohn Antonio den gleichnamigen Ort im Jahre 1499. Giuseppe heiratete Fiammetta Paruta und erwarb somit als Mitgift das Stück Land Sala di Paruta. Sein Sohn bekam dadurch den ersten Titel als Prinz von Villafranca (1609) und den Titel als ersten Herzog von Sala Paruta (1625). Um 1626 wurde er sogar Bürgermeister von Palermo.
In den vielen folgenden Generationen, besetzten die Nachkommen immer eines der höchsten Ämter der Herrschaft Siziliens. Giuseppe, einer der Nachkommen, war Feldmarschall unter König Viktor Amadeus II und Kommandeur der sizilianischen Leibgarde (1724). Um 1722 ging er als Feldmarschall in den Dienst des Königs Charles VI nach Spanien. Giuseppes Sohn Domenico wurde zum Fürsten des heiligen Römischen Reiches ernannt, Hauptkurier des Königreiches Sizilien, Ritter im Auftrag des heiligen Gennaro und Feldmarschall unter König Charles III von Bourbon. Ein anderer Giuseppe wurde aus der Bourbonischen Gesellschaft 1810 verbannt und begab sich somit ins Exil nach Pantelleria. Schon 1811 wurde er unter dem Einschreiten der Engländer wieder zurückberufen und wurde später zum Sprecher des Oberhauses im Britischen Parlament ernannt. Im Jahre 1820 war er an der Spitze der Stadtverwaltung Palermos und scheute keine Mühen, die Schäden einer hoffnungslosen Revolte zu mindern.
Edoardo (1828-1898) war derjenige der Familie, der aus dem amateurhaften Wein der Familie in Casteldaccia, durch den Erwerb der neuesten Weinpressen der Zeit, welche er aus Frankreich einführen ließ, einen der renommiertesten und sehr hoch geschätzten Weine werden ließ. Der Wein ist der heutige so hoch geschätzte "Corvo di Salaparuta". Zu guter Letzt lebte ein weiteres Familienmitglied namens Enrico von 1879 bis 1946. Er war durch sein umfangreiches kulturelles Wissen sehr bekannt, publizierte ein Kochbuch und hatte einen exzellenten Ruf als erfahrener Weinproduzent.